Kanada und Australien, ein Verbund der Demokratien

Das unterschätzte Gewicht, Kurzfassung für Katharina

Kurzfassung des Arbeitspapiers „Das unterschätzte Gewicht. Europa, Kanada und Australien als Verbund der Demokratien." Stand 21. August 2026. Das Papier hat 22 Seiten und 77 Quellen mit Stufen, alle Zahlen hier stehen dort mit Beleg. Die Abgabe für den Policy Hub ist die Roadmap, das Papier ist das Arbeitsdokument, das mitkommt, wenn die Gruppe steht.

1. Worum es geht, in zehn Sätzen

Europa war einmal ein Traum, heute assoziiert man es mit Verwaltung und Verordnungen, und dagegen hilft keine Werbekampagne, sondern nur etwas, das wirklich passiert. Die EU hat in zwei Jahren mit Kanada und Australien Sicherheitspartnerschaften geschlossen, Kanada in die gemeinsame Rüstungsbeschaffung und in Horizon Europe geholt, mit Australien ein Freihandelsabkommen ausverhandelt. Beitreten können beide nicht, Art. 49 EUV öffnet den Beitritt nur europäischen Staaten, und für alles darunter gibt es Einzelabkommen mit Ausschüssen, aber keinen Ort, an dem gemeinsam entschieden wird. Das Papier schlägt vor, aus diesen Einzelstücken einen Verbund der Demokratien zu machen, auf Augenhöhe, nach Regeln, die alle zusammen beschließen. Das ist kein Erweiterungsprojekt, sondern ein neues Modell von Zugehörigkeit, das sich nicht an der Landkarte bemisst, sondern an gelebter demokratischer Praxis: Macht kann verloren gehen, Fehler werden korrigiert, der Gegner bleibt Teil derselben Gesellschaft. Kanada und Australien sind die Ersten, an denen das Modell konkret wird, die Tür steht jedem offen, der die Kriterien lebt, Südkorea und Japan zum Beispiel erst, wenn sie die Todesstrafe aus dem Gesetz streichen. Für die Menschen bedeutet es eine stehende Einladung, auf Zeit im anderen Land zu leben und zu arbeiten, und eine gemeinsame Abstimmung über Fragen, die drei Kontinente teilen. Das Klima, das einzige Thema, das drei Kontinente gleichermaßen betrifft, bekommt damit eine gemeinsame Rechtsgrundlage, auf der ein Beschluss der Bürger auch umgesetzt wird, und „die anderen" gibt es nicht mehr, weil die anderen jetzt wir sind. Und die Karte an der Wand arbeitet mit: Wer auf den Globus schaut und sieht, dass eine Regel auf drei Kontinenten gilt, schließt sich ihr eher an als einer, die auf einem Kontinent gilt, den man auf der Karte erst suchen muss. Standards wachsen, wenn sie groß aussehen, und das ist gut fürs Klima. Der Beitritt der Ukraine ändert seine Bedeutung, vom Landstreifen an Russlands Grenze zum Wertebeitritt, und Moskaus Erzählung von der Einkreisung, jede Erweiterung ein weiterer Ring um Russland, soll ihren Kern verlieren, auch in Ankara, Brasília und Neu-Delhi, das ist eine Annahme, die wir prüfen. Zu Hause und in Kanada ist die Zustimmung da: 57 Prozent der Kanadier und 55 Prozent der Deutschen sagen Ja zu dieser Verbindung, und im Europäischen Parlament besetzt das Feld niemand.

2. Die Architektur

Das Vehikel. Art. 217 AEUV erlaubt Assoziierungsabkommen ohne geografische Grenze, nach der Demirel-Rechtsprechung bis zur teilweisen Teilnahme am Unionssystem. Der Rat hat im Juli 2026 mit Andorra und San Marino das umfassendste je ausgehandelte freigegeben. Heute also ein Assoziierungsabkommen, später eine eigene Kategorie „assoziierte Mitgliedschaft" in den Verträgen als Position für den Konvent, den Volt seit Bratislava fordert. Art. 49 bleibt unangetastet.

Der gemeinsame Tisch. Der EWR zeigt den Defekt, den es zu vermeiden gilt: Regelübernahme ohne Stimme, die norwegische Debatte nennt es Fax-Demokratie. Das Papier setzt dagegen einen Assoziationsrat, in dem die Partner einvernehmlich beschließen, was zwischen ihnen gilt, einen parlamentarischen Ausschuss mit dem EP, der auf beiden Kontinenten tagt, Mitarbeit der Partner an jedem Rechtsakt, der auch bei ihnen gelten soll, und ein Aussetzungsrecht bei Werteverstößen für jede Seite. Wo das Unionsrecht Grenzen zieht, benennen wir sie.

Kriterien statt Landkarte. Keine Todesstrafe, unabhängige Gerichte, freie Presse, Wahlen, die eine Regierung abwählen können, ein Sitz am gemeinsamen Tisch. Die Kriterien gelten für jeden im Verbund, auch für uns. Der Europarat hat 1996 Russland aufgenommen in der Erwartung, die Mitgliedschaft werde es demokratisieren, und musste es 2022 ausschließen. Der Maßstab ist die Praxis, nicht die Geografie.

Die stehende Einladung. Erster Verhandlungsgegenstand: auf Zeit im anderen Land leben und arbeiten dürfen und zurückkommen, ohne Altersgrenze, in beide Richtungen. Die meisten werden die Einladung nie einlösen, der Wert liegt im Dürfen.

Die gemeinsame Abstimmung. Europäer, Kanadier und Australier stimmen am selben Tag über dieselbe Frage ab. Auf den Zettel kommt, was drei Kontinente teilen: die Freizügigkeit und die Umweltfragen, die bisher „global" hießen und am Tisch der ganzen Welt zuverlässig gescheitert sind, zuletzt das UN-Plastikabkommen 2025. Der Verbund hätte über 25 Millionen Quadratkilometer Meereszone und die Fläche, auf der Landnutzung entschieden wird. Das Format gibt es schon: SBS ist seit 2015 beim Eurovision, CBC/Radio-Canada seit Juni 2026 Vollmitglied der EBU, als Skizze mehrere Abende mit Fürsprechern, am Ende die Abstimmung mit der Technik des Eurovision-Votings. Das Ergebnis bringen wir in den Programmprozess ein, eine Bürgerinitiative kann den europäischen Teil zur Kommission tragen, das Mandat bleibt beim Rat. Die Wirkungsannahme ist ein Versuch mit Prüftermin.

Landwirtschaft, die Kritiker zuerst. Zusage im Rahmentext: Der Verbund verhandelt selbst keinen zusätzlichen Agrarmarktzugang, was CETA und das Australien-Abkommen regeln, bleibt dort. Und jeder Hof, der will, bekommt einen Partnerhof in Kanada oder Australien, Milch zu Milch, Weizen zu Weizen, nach dem Muster der fast 7.000 kommunalen Verbindungen, vermittelt vor der Kamera. Australien bringt die Gegensaison, Kanada die gleiche. Drei Höfe, ein Gespräch, ein Protokoll, und was die Höfe aushandeln, bringt Volt unverändert in den Programmprozess.

Die Ukraine. Der Verbund ist kein Ersatz und keine Bedingung, der Beitritt folgt dem Verfahren, Paket für Paket, und jedes Paket eröffnen die 27 Regierungen einstimmig, daran können fünf Abgeordnete nichts ändern, und wir versprechen nichts, was wir nicht halten können. Was der Verbund ändert, ist die Bedeutung: Ein Verbund, der über zwei Ozeane wächst, wächst nicht nach Osten. Die Ukraine steht vor denselben Kriterien wie Ottawa und Canberra, und die Verhandlungen messen, wann sie erfüllt sind, kein Hilfsbeitritt, ein Wertebeitritt. Ob das der Einkreisungs-Erzählung, jede Erweiterung ein weiterer Ring um Russland, ihren Kern nimmt, in Neu-Delhi, Ankara, Brasília und zu Hause, ist eine Annahme mit Prüftermin. Das Umfeld: rund 630 Milliarden US-Dollar Verteidigungsausgaben der europäischen NATO-Staaten, Kanadas und Australiens gegen 190 in Russland.

Eine Rechtsform für den Raum. Die Kommission hat im März 2026 die EU Inc. vorgeschlagen, digital gegründet in 48 Stunden für unter 100 Euro, gültig in der ganzen Union. Die Europäische Gesellschaft (SE) gilt seit 2004 auch im EWR, also über eine Assoziierung. Die Frage an die Partner ist, ob ihre Register die EU Inc. als bekannte Form führen, damit eine Zweigniederlassung in Vancouver so einfach wird wie in Lissabon. Die Form bringt Gründungsrecht mit, keine Standards. Versuch mit Prüftermin, die SE ist nie Standard geworden.

Die Verbindung. Handy wie zu Hause, jede Hauptstadt mit höchstens einem Umstieg, ein gemeinsamer Zahlungsraum statt einer gemeinsamen Währung (Wero, digitaler Euro und TIPS, offen für Interac, eftpos und NPP, wenn deren Träger mitziehen), IRIS² und Telesat Lightspeed verknüpft, je Strecke ein Seekabel in Verbund-Hand, abgestimmte Positionen für die Weltfunkkonferenz 2027 in Shanghai.

3. Warum Volt, warum jetzt

Unser Europawahlprogramm 2024 fordert in Kap. 2.7 tiefere Zusammenarbeit mit Ländern, die Normen, Werte und Interessen mit uns teilen, mit klaren Kriterien und einer Politik der offenen Tür, und liefert in Kap. 2.3 die Mechanik stufenweiser, reversibler Integration. Was fehlt, ist die Form. Im Europäischen Parlament besetzt das Feld niemand, auffindbar ist eine einzige Anfrage (Joachim Streit, April 2025) und eine öffentliche Sympathie von Damian Boeselager. Eine Position, die niemand besetzt, ist für uns mehr wert als eine, bei der wir die zwölfte Stimme sind. Und Volt ist die Partei, die Bürgerbeteiligung zum Kernversprechen gemacht hat, deshalb ist der gemeinsame Tisch unser eigener Beitrag, nicht der Marktzugang.

Die Instrumente sind mandatsarm und dokumentenstark: eine schriftliche Anfrage der fünf Volt-MEPs an die Kommission zur Reichweite von Art. 217, eine EPRS-Studie zu Statuskategorien unterhalb der Mitgliedschaft, Prüfaufträge in den nächsten AFET- und INTA-Berichten. Parteiweg: Baustein im 2029-Prozess, Zielort Volt-Europa-Generalversammlung, Antragsreife frühestens 2027.

4. Drei Leitplanken

Erstens Spur-Trennung: Die Kategorie ist für Demokratien gebaut, denen Art. 49 nicht offensteht, wer den Beitrittsweg hat, geht ihn. Zweitens bleibt Art. 49 unangetastet. Drittens unsere Hausaufgabe: Solange in Außenpolitik und Sanktionen ein einziges EU-Land alles blockieren kann, würde ein Veto im Verbund drei Kontinente treffen. Die Umstellung auf qualifizierte Mehrheiten gehört zu dem, was wir mitbringen müssen. Das ist eine Bedingung an uns, nicht an die Partner.

5. Mögliche erste Schritte, zur Diskussion

  1. Europapolitik-Community anstoßen, mit einer Roadmap mit Fragen, um zu sehen, wer einsteigt.
  2. Anfrage der MEPs zu Art. 217 und EPRS-Studie zu Statuskategorien.
  3. Die stehende Einladung als ersten Verhandlungsgegenstand vorschlagen.
  4. Bauern-Dialog mit drei Höfen und Partnerhof-Vermittlung, Versuch mit Prüftermin.
  5. Die erste gemeinsame Abstimmung als Ereignis entwerfen, über den 2029-Prozess ins Programm.
  6. Eine Schwesterbewegung in Kanada und Australien willkommen heißen, die sich selbst gründet, nach dortigem Recht und mit dortigem Geld. Kanadas Register für ausländische Einflussnahme gilt seit dem 4. August 2026, Volt gründet dort nichts.

6. Die Zahlen, die man kennen muss

Größe Wert
Kanadier für EU-Vollmitgliedschaft (Nanos, April 2026) 57 %
Deutsche für Aufnahme Kanadas (YouGov, April 2026) 55 %, Spanien 51, Polen 46
EU-Bürger für Erweiterung (Eurobarometer 2025) 56 %, unter 40 zwei Drittel
CETA-Ratifikationen 17 von 27, EP-Aufforderung 11.03.2026 mit 482 zu 108
SAFE, Kanada als erstes nicht-europäisches Land Rat 15.06.2026
EU-Australien Freihandel, Verhandlungsabschluss 24.03.2026, über 99 % Zollbeseitigung
Andorra/San Marino, Rat gibt frei 16.07.2026
Meereszone des Verbunds über 25 Mio. km², mehr als das Doppelte der USA
Landnutzung an den globalen Treibhausgasen (IPCC) rund 23 %
CBC/Radio-Canada Vollmitglied der EBU 25.06.2026, Kanada beim ESC 2027
Betriebe für den Partnerhof Deutschland 255.000, Kanada 190.000, Australien rund 88.000
Verteidigungsausgaben 2025 (SIPRI) Europa-NATO 559 Mrd. $, Kanada 37,5, Australien 35,3, Russland 190
Kanadas Einflussregister in Kraft 04.08.2026
Parteigründung Kanada 250 Mitglieder, Australien 1.500
Anfragen im EP zum Thema eine (Streit, April 2025)

Alle Belege stehen im Quellenteil des Arbeitspapiers, jeder mit einer Stufe: [T1] Primärquelle (Gesetz, Urteil, amtliches Dokument, amtliche Statistik, begutachtete Studie, offizielle Mitteilung der handelnden Institution), [T2] Agentur und Fachwelt (Nachrichtenagentur, Universität, Fachverlag, Policy Paper, Preprint), [T3] etablierte Presse, [T4] Community und Meinung (Foren, Blogs, soziale Medien), [T5] als unzuverlässig eingestufte Quellen, im Papier nicht verwendet.


Quelle: Ordner 2608, Praktikum Carsten und Gero, Ordner 02 Europa Global

Ein Verbund der Demokratien

Europa, Kanada und Australien auf Augenhöhe. Arbeitsdokument zur Roadmap Europapolitik, 2026 bis 2029.

Gero Strauß · Entwurf, kein Beschluss · Stand 21. August 2026 · Thematic Community Europapolitik (im Aufbau). Zahlen in eckigen Klammern verweisen auf die Quellen am Ende, jede trägt dort eine Stufe von [T1] bis [T5]. Reinschrift des Arbeitspapiers „Das unterschätzte Gewicht", gleiche Belege, neue Form.

Zusammenfassung

Die EU hat in zwei Jahren mit Kanada und Australien Sicherheitspartnerschaften geschlossen, Kanada in die gemeinsame Rüstungsbeschaffung und in Horizon Europe aufgenommen und mit Australien ein Freihandelsabkommen ausverhandelt [1] [2] [6] [7] [8]. Beitreten können beide nicht, Art. 49 EUV öffnet den Beitritt nur europäischen Staaten [10]. Für alles darunter gibt es Einzelabkommen mit Ausschüssen, aber keinen Ort, an dem gemeinsam entschieden wird. Wir schlagen vor, aus diesen Einzelstücken einen Verbund der Demokratien zu machen: Assoziierung nach Art. 217 AEUV mit einem gemeinsamen Tisch, an dem die Partner einvernehmlich beschließen, was zwischen ihnen gilt, später, wenn die Mitgliedstaaten einen Konvent einberufen, eine eigene Kategorie in den Verträgen, Zugang nach Kriterien gelebter Demokratie statt nach Landkarte. Für die Menschen heißt das eine stehende Einladung, auf Zeit im anderen Land zu leben und zu arbeiten, und eine gemeinsame Abstimmung über die Fragen, die drei Kontinente teilen, voran das Klima. Der Beitrittsweg der Ukraine bleibt unberührt. 57 Prozent der Kanadier und 55 Prozent der Deutschen sagen sogar Ja zur Vollmitgliedschaft [24] [25], im Europäischen Parlament gibt es eine Anfrage und eine Wortmeldung, keine Fraktion trägt das Thema [22] [23].

Herausforderung

Europa war einmal ein Traum: Grenzen, die aufgingen, eine Währung, die in Lissabon dasselbe wert ist wie in Amsterdam, Preise, die jeder auf den ersten Blick lesen kann. Heute assoziiert man Europa mit Verwaltung und Verordnungen. Kein Mensch sagt: Wie geil, wir sind in der EU. Von New York träumen Leute, von Brüssel träumt niemand. Dagegen hilft keine Werbekampagne. Dagegen hilft nur etwas, das wirklich passiert, das wir sehen können, bei dem wir mitmachen dürfen und das Zukunft hat.

Der europäische Geist ist aus einer Verbindung entstanden, die ihrer Zeit voraus war. Eine zeitgemäße Verbindung sieht heute anders aus als 1957: Sie hört auf, ein geografischer Block zu sein, und wird global, in einer Welt, die sich neu sortiert und dabei den Autoritären entgegenkommt. Die Grundlage ist dann keine Küstenlinie, sondern gelebte Demokratie. Fast jeder Staat nennt sich so, Wahlen, Parlament, Verfassung, die Form lässt sich kopieren. Gemeint ist die Funktion darunter: Macht kann verloren gehen, Fehler werden korrigiert, der Gegner bleibt Teil derselben Gesellschaft. Eine Zeitung darf die Regierung blamieren und erscheint am nächsten Tag wieder. Wer sich darüber verbindet, räumt nebenbei ein Thema ab, das Europa seit Jahren lähmt. Seit 2022 wird jede Erweiterung an der Ostflanke gemessen. Moskau begründet den Krieg mit der NATO an seiner Grenze [70] und nennt die EU-Erweiterung Europas Traum von Expansion [71], Land um Land, Ring um Ring. Ein Verbund, der über zwei Ozeane wächst, passt in dieses Bild nicht mehr. Er wächst nicht nach Osten, er wächst dorthin, wo Demokratie gelebt wird. Ob das auch dort verfängt, wo man bisher zuschaut und dem russischen Bild glaubt, in Ankara, Brasília und Neu-Delhi, ist eine Annahme, die wir prüfen wollen, bisher sehen die Befragten dort EU und USA als einen Block [72]. Wer die Kriterien teilt, steht vor derselben Tür, und schon das erste Kriterium, keine Todesstrafe, zieht eine klare Linie: Kanada hat sie 1998 vollständig abgeschafft, Australien 1985, Japan vollstreckt sie bis heute, Südkorea hat seit 1997 nicht vollstreckt, sie aber im Gesetz behalten [78].

Für die Menschen fängt es mit dem Träumen an. Wer mit achtzehn in einer Kleinstadt sitzt, soll wissen, dass Meeresbiologie in Townsville, Waldbrandschutz in British Columbia oder ein Jahr Arbeit in Montréal offenstehen, mit Rückfahrkarte, und dass für jemanden aus Calgary dasselbe für Lissabon gilt. Die meisten werden es nie tun. Dass sie es dürften, verändert trotzdem, wie sie auf ihr Leben und auf Europa schauen. Hoffnung und Möglichkeit sind das, was der Union abhandengekommen ist, und beides lässt sich herstellen.

Dazu kommt die Stellung. Europa setzt seit Jahrzehnten Regeln, die weit über seine Grenzen wirken, aber es setzt sie allein und für einen Raum, der im Verhältnis kleiner wird. Ein Verbund mit Kanada und Australien macht aus Regeln, die eine Seite schreibt, Regeln, die drei Kontinente gemeinsam aushandeln, so weit das Unionsrecht es zulässt, und gibt ihnen ein Gewicht, das kein Handelspartner übergehen kann, auch die nicht, von denen wir wirtschaftlich abhängen. Dass die Landkarte über Werte nichts mehr aussagt, zeigt sich mitten in Europa: In Werkstätten bei Mailand und Prato wird sieben Tage die Woche für drei, vier Euro die Stunde genäht, und am Ende hängt „Made in Italy" am Etikett [38]. Eine chinesische Staatsreederei hält die Mehrheit am Hafen Piräus und Terminalanteile in Hamburg, Zeebrugge, Valencia und Bilbao [37]. Werte verschwinden selten mit einem Knall, sie verschieben sich, ein Lieferant hier, eine Ausnahme dort. Der Europarat hat 1996 Russland aufgenommen, in der Erwartung, die Mitgliedschaft werde es demokratisieren, und musste es im März 2022 ausschließen [39]. Der Maßstab für Zugehörigkeit ist die Praxis, nicht die Geografie, und er gilt für uns selbst genauso.

Dann das eine Thema, das drei Kontinente gleichermaßen betrifft: die Folgen des Klimawandels. Dürre in Andalusien, Brände in British Columbia, Korallenbleiche am Great Barrier Reef, es ist dasselbe Klima, es kennt keine Grenzen, und bei uns wird es heiß, auch wenn andere dafür sorgen [58] [60]. Bisher war Klimapolitik eine Frage an „die anderen", die ganze Welt an einem Tisch, und dieser Tisch liefert langsam und lückenhaft, das UN-Plastikabkommen scheiterte im August 2025, das Hochsee-Abkommen brauchte bis Januar 2026 [59]. Im Verbund gibt es „die anderen" nicht mehr, weil die anderen jetzt wir sind. Was die Menschen auf drei Kontinenten im Gespräch miteinander beschließen, soll stufenweise Folgen haben, erst als Selbstverpflichtung, später auf einer gemeinsamen Rechtsgrundlage, statt einer Resolution, die jeder anders liest. Gemessen am Ausstoß ist der Verbund keine Großmacht, gemessen an der Fläche schon: über 25 Millionen Quadratkilometer Meer, mehr als das Doppelte der USA [57], und ein großes Stück der Landfläche, an der weltweit rund 23 Prozent der Treibhausgase hängen und die knapp ein Drittel des fossilen CO2 wieder aufnimmt [35], welchen Anteil der Verbund daran hält, haben wir noch nicht beziffert. Alles, was in Europa an Klimaschutz erarbeitet wurde, Standards, Messverfahren, Renaturierung, bekommt damit Grund und Boden, auf dem es angewendet wird. Die Schildkröte im Plastik, die seit Juli 2021 auf jeder Packung Feuchttücher klebt, bekommt eine Adresse [58]. Klimapolitik gewinnt zurück, was sie verloren hat: Bedeutung, Akzeptanz und Wirkung. Und die Karte an der Wand arbeitet mit: Wer auf den Globus schaut und sieht, dass eine Regel auf drei Kontinenten gilt, schließt sich ihr eher an als einer, die auf einem Kontinent gilt, den man auf der Karte erst suchen muss. Standards wachsen, wenn sie groß aussehen, und das ist gut fürs Klima.

Und schließlich die Widerstandsfähigkeit. Verteidigung wird schon gemeinsam beschafft, Kanada ist als erstes nicht-europäisches Land in SAFE [2]. Was fehlt, ist der Rest der Infrastruktur, auf der ein Verbund lebt: Zwei Drittel der Kartenzahlungen im Euroraum laufen nach den Regeln außereuropäischer Unternehmen [45], vier Konzerne nutzen drei Viertel der internationalen Bandbreite und sind an gut 60 Seekabeln beteiligt [51]. Ein gemeinsamer Zahlungsraum mit Systemen, die bei den Partnern zu Hause sind, eigene Kabel und verknüpfte Satelliten verringern Abhängigkeiten, die sich sonst jederzeit gegen uns wenden lassen.

Selten wollten beide Seiten so deutlich dasselbe: 57 Prozent der Kanadier sagen Ja zu Europa, 55 Prozent der Deutschen sagen Ja zu Kanada [24] [25]. Es gibt Demokratien, die sich verbinden wollen, und es gibt kein Formular dafür. Das ist eine Tür, die offen steht, und jemand muss als Erster hindurchgehen.

Ziele

  • Eine Form für die Verbindung mit Demokratien außerhalb Europas, die heute über Art. 217 AEUV trägt und morgen als eigene Kategorie in den Verträgen steht, bei unangetastetem Art. 49.
  • Augenhöhe als Bauprinzip: Was zwischen den Partnern gilt, beschließen sie einvernehmlich, und wo das Unionsrecht Grenzen zieht, benennen wir sie.
  • Zugang nach Kriterien gelebter Demokratie, offen für jeden, der sie teilt, Neuseeland etwa, und für Südkorea und Japan an dem Tag, an dem sie die Todesstrafe aus dem Gesetz streichen. Die Kriterien gelten auch für uns.
  • Eine stehende Einladung für alle, auf Zeit im anderen Land zu leben und zu arbeiten, in beide Richtungen und ohne Altersgrenze.
  • Eine gemeinsame Abstimmung der Menschen auf drei Kontinenten über Fragen, die sie teilen, voran Klima und Meere, mit einem Ergebnis, das Folgen hat.
  • Ein Verbund, dessen Infrastruktur ihm gehört: Zahlungsraum, Kabel, Orbit, Frequenzen.
  • Eine Rechtsform für den ganzen Raum: die EU Inc., in den Registern Kanadas und Australiens als bekannte Form geführt.
  • Der Beitrittsweg der Ukraine und des Westbalkans bleibt unberührt.

Maßnahmen

Kurzfristig, 2026 bis 2027: mögliche erste Schritte

Vorschläge an die Community, keine Anweisungen. Keiner davon braucht eine Mehrheit im Parlament.

  1. Europapolitik-Community anstoßen: eine Roadmap mit Fragen im DE Policy Hub, um zu sehen, wer einsteigt. Was daraus wird, entscheidet die Gruppe.
  2. Anfrage und Studie. Eine schriftliche Anfrage der fünf Volt-MEPs an die Kommission, wie weit Art. 217 AEUV für eine umfassende Assoziierung trägt, dazu eine Anfrage an den Wissenschaftlichen Dienst des Parlaments zu Statuskategorien unterhalb der Mitgliedschaft, deren Antwort wir veröffentlichen, oder eine Studie über den Auswärtigen Ausschuss, wenn er mitzieht. Beides kostet fast nichts.
  3. Die stehende Einladung als ersten Verhandlungsgegenstand vorschlagen: auf Zeit dort leben und arbeiten dürfen und zurückkommen, für alle, ohne Altersgrenze und ohne Quote nach Herkunftsland, soweit die Mitgliedstaaten und die Partner das zulassen, denn Art. 79 Abs. 5 AEUV lässt die Zahlen bei den Mitgliedstaaten [29].
  4. Bauern-Dialog als Versuch: drei Höfe, ein Gespräch, ein Protokoll. Daneben der Partnerhof für jeden Hof, der will, vermittelt vor der Kamera, die Menschen sehen Landwirten gern beim Suchen zu, „Bauer sucht Frau" beweist es seit 2005 [69]. Kommt nach dem ersten Protokoll keine zweite Runde zustande, endet der Versuch.
  5. Die erste gemeinsame Abstimmung als Ereignis entwerfen und über den 2029-Prozess, Volts Programmarbeit für die Europawahl 2029, ins Programm bringen.
  6. Eine Schwesterbewegung willkommen heißen, nicht gründen. Kanadas Register für ausländische Einflussnahme ist seit dem 4. August 2026 in Kraft, Australien führt seit 2018 ein Transparenzregister und verbietet seit 2019 ausländische Parteispenden [74]. Volt gründet dort nichts. Die Satzung von Volt Europa spricht von Vereinigungen „throughout the European Union and beyond" [75], die Hürden sind klein, Kanada verlangt 250 Mitglieder für eine Bundespartei, Australien 1.500 [76]. Volt Europa gibt den Namen, wenn sie ihn wollen, die Erfahrung aus über dreißig Ländergründungen [75] und offene Türen, kein Geld, keine Weisung, und rechnet damit, dass eine Schwesterpartei ihre Verbindung zu uns in Ottawa und Canberra registrieren muss.

Mittelfristig, bis 2029: der Verbund in sechs Stücken

Das Bestehende bündeln. Die Anbindung Kanadas und Australiens läuft als Sammlung von Einzelabkommen [1] bis [9]. Das Strategische Partnerschaftsabkommen mit Kanada (seit 2017) und das Rahmenabkommen mit Australien (seit 2022) haben je einen Ausschuss, aber kein Parlament und keinen Status [41]. Das Europäische Parlament hat am 11.03.2026 mit 482 zu 108 Stimmen die zehn ausstehenden CETA-Ratifikationen gefordert, eine Assoziierungsperspektive enthält der Text nicht [17]. Wir schlagen vor, die laufenden Vorgänge als eine Beziehung zu behandeln: CETA unterstützen, Kanadas Horizon-Assoziierung für gemeinsame Projekte in Landwirtschaft und Umwelt nutzen, Australiens Zugang zu SAFE klären, bei den Gastgebern der Europäischen Politischen Gemeinschaft, die kein EU-Gremium ist, dafür werben, die Einladung außereuropäischer Demokratien zu verstetigen [4].

Assoziierung mit gemeinsamem Tisch. Art. 217 AEUV kennt keine geografische Grenze [13] und reicht nach der Demirel-Rechtsprechung bis zur teilweisen Teilnahme am Unionssystem [14]. Der Rat hat am 16.07.2026 mit Andorra und San Marino das umfassendste je ausgehandelte Abkommen freigegeben [15]. Es zeigt, wie weit Art. 217 reicht, und zugleich den Defekt, den es zu vermeiden gilt, denn auch dort übernehmen die Partner Recht ohne Stimme, wie im EWR seit 1994, die norwegische Debatte nennt es Fax-Demokratie [16]. Für eine Partei, die Bürgerbeteiligung zum Kernversprechen gemacht hat, ist das die eigentliche Frage. Unser Vorschlag: ein umfassendes Assoziierungsabkommen mit Kanada, als Vorlage für Australien. Es braucht Einstimmigkeit im Rat und die Zustimmung des Parlaments, und weil es Mobilität und Sicherheit berührt, wird es gemischt, also rechnen wir mit 27 Ratifikationen und planen sie ein, das ist die Lehre aus CETA [5]. Gebaut um den gemeinsamen Tisch: einen Assoziationsrat, in dem die Partner einvernehmlich beschließen, was zwischen ihnen gilt, einen parlamentarischen Ausschuss mit dem Europäischen Parlament, der auf beiden Kontinenten tagt, die Mitarbeit der Partner an jedem EU-Rechtsakt, der auch bei ihnen gelten soll, ohne Stimmrecht darüber und bis an die Grenze, die die Autonomie der Unionsrechtsordnung zieht [42], und ein Aussetzungsrecht bei Werteverstößen, das jede Seite gegen jede andere hat. Wo das nicht reicht, sagen wir es. Gemeinsame Regeln enden dort, wo CUSMA oder AUKUS entgegenstehen, und Provinzen und Bundesstaaten verhandeln mit, wie Kanadas Provinzen bei CETA, ob sie auch im Assoziationsrat sitzen, ist offen. Gegenseitigkeit heißt auch lernen, an zwei verschiedenen Stellen. Bei den Rechten derer, die schon da sind: Kanadas Charta der Rechte von 1982, samt ihrer Ausnahmeklausel in § 33, die zuletzt öfter gezogen wurde, und Australiens Wahlpflicht seit 1924, genauer eine Pflicht zum Erscheinen, durchgesetzt mit einem kleinen Bußgeld [43]. Und bei der Frage, wer dazukommt: Kanada wählt Zuwanderer seit Jahrzehnten transparent nach gewichteten Kriterien aus, mit einem starken Hebel der Provinzen, und baut genau dieses System 2026 um [43]. Das Prinzip lässt sich übernehmen, das Produkt nicht, und „wir" können es ohnehin nicht allein: Art. 79 Abs. 5 AEUV lässt den Mitgliedstaaten das Recht, selbst festzulegen, wie viele Drittstaatsangehörige zur Arbeitsuche einreisen [43]. Gegenseitigkeit heißt dann, den eigenen Vertrag anzufassen, bevor wir vom Partner lernen können. Wo der Partner den besseren Standard hat, übernehmen wir ihn, und wo unser Vertrag das verhindert, sagen wir das.

Die gemeinsame Abstimmung. Die Meinungslage trägt [24] [25] [26], und mit der Europäischen Bürgerinitiative gibt es für den europäischen Teil ein Instrument, das die Kommission ab einer Million Unterschriften von Unionsbürgern zur Antwort verpflichtet, nicht zum Vorschlag [28]. Die Konferenz zur Zukunft Europas hat 2022 aus Bürgerforen 49 Vorschläge übergeben, das Parlament hat daraufhin einen Konvent verlangt, die Regierungen haben ihn bis heute nicht einberufen [82]. Beteiligung ohne sichtbare Folge erzeugt Zynismus, deshalb kommt auf den Zettel nur, was drei Kontinente teilen und worüber sie selbst entscheiden können: als erste Frage die stehende Einladung, dann die Umweltfragen. Spaniens Fläche erfüllt zu 53 Prozent die Bedingungen für Wüstenbildung, und Australien betreibt den reifsten Wassermarkt der Welt [60], sechs der sieben Meeresschildkrötenarten leben am Great Barrier Reef [58], das Hochsee-Abkommen gilt seit Januar 2026 [59]. Wer in Sevilla über Wasser abstimmt, stimmt mit Leuten ab, die es können. Das Format gibt es schon: Australiens SBS tritt seit 2015 beim Eurovision an, CBC/Radio-Canada ist seit dem 25. Juni 2026 Vollmitglied der EBU und schickt 2027 den ersten kanadischen Beitrag [61]. Der Eurovision 2026 erreichte 132 Millionen Menschen, Stimmen kamen aus 148 Ländern, dieselbe EBU hat 2024 die Debatte der Spitzenkandidaten in 51 Länder gebracht [62]. Als Skizze, die Sender und Partner selbst füllen: mehrere Abende, je eine Frage mit Fürsprecher nach dem Muster von „Canada Reads" [63], dazu ein Film aus dem Land, das sie am härtesten trifft, so wie ABCs „War on Waste" den Verkauf von Mehrwegbechern vervierfacht hat [64], eine Stunde im Saal, in der diejenigen, die es umsetzen müssten, vor denen sitzen, die abstimmen, und am Ende die Abstimmung mit der Technik des Eurovision-Votings über drei Zeitzonen. Das Ergebnis wirkt gestuft: Wir bringen es unverändert in den Programmprozess ein, und wo der Parteitag abweicht, sagt er öffentlich, warum, Städte und Verbände halten es ebenso. Dann kann eine Bürgerinitiative den europäischen Teil zur Kommission tragen, das Verhandlungsmandat bleibt beim Rat, bei einer Assoziierung einstimmig (Art. 218 AEUV). Langfristig ein verbindlicher Bürgerentscheid des Verbunds, der eine Vertragsänderung braucht. Die Annahme, dass ein solches Zugewinn-Ereignis die Anfälligkeit für Populismus senkt, ist ein Versuch mit Prüftermin ein Jahr nach der ersten Abstimmung.

Landwirtschaft, die Kritiker zuerst. Die Australien-Verhandlungen scheiterten 2023 an Rind, Schaf, Zucker, Milch und Herkunftsbezeichnungen [27], dieselben Interessen erklären einen Teil der ausstehenden CETA-Ratifikationen [5]. Wer die Statusfrage mit Marktzugang auflädt, verliert sie. Deshalb erstens die Zusage im Rahmentext: Der Verbund verhandelt selbst keinen zusätzlichen Agrarmarktzugang, was CETA und das Australien-Abkommen regeln, bleibt dort, so wie der EWR die Landwirtschaft im Kern ausnimmt [16]. Zweitens die Zusammenführung, nicht mit Programmen, sondern mit Menschen: Jeder Hof, der will, bekommt einen Partnerhof in Kanada oder Australien, Milch zu Milch, Weizen zu Weizen, nach dem Muster der fast 7.000 kommunalen Verbindungen deutscher Kommunen [65]. Die Größenordnung reicht, solange wir in Deutschland anfangen: 255.000 Betriebe hier, 190.000 in Kanada, rund 88.000 in Australien [66]. Australien bringt die Gegensaison, dort wird von Oktober bis Januar gedroschen [67], der Lehrling aus der Börde steht zu Weihnachten auf dem Mähdrescher in Westaustralien. Kanada bringt die gleiche Saison und den gleichen Boden, ein Hof, der im selben Monat drischt, vergleicht Zahlen statt Anekdoten. Die Förderwege gibt es, von der Landjugend bis zu den Nuffield-Stipendien [68], es fehlt der Vermittler. Die Vermittlung ist das Format: „Bauer sucht Frau" erreicht in der zwanzigsten Staffel noch 3,5 Millionen Zuschauer [69], die Menschen sehen Landwirten gern beim Suchen zu. Was die Höfe aushandeln, bringen wir unverändert in den Programmprozess ein, und wo der Parteitag abweicht, sagt er öffentlich, warum.

Eine Rechtsform für den ganzen Raum. Die Kommission hat am 18. März 2026 die EU Inc. vorgeschlagen, eine Unternehmensform, die in 48 Stunden für unter 100 Euro digital gegründet wird, ohne Mindestkapital, mit freier Wahl des Registrierungslandes und Geltung in der ganzen Union, Einigung von Parlament und Rat angestrebt bis Ende 2026 [79] [80]. Dass eine europäische Rechtsform über die Union hinaus gelten kann, ist Praxis: Die Europäische Gesellschaft (SE) gilt seit 2004 auch in Norwegen, Island und Liechtenstein [81], allerdings durch Übernahme ohne Stimme, der Verbund beschlösse die Form gemeinsam. Die Frage an die Partner: ob ihre Register und die der Provinzen die EU Inc. als bekannte Form führen, statt sie je Fall zu prüfen, damit eine Zweigniederlassung in Vancouver oder Perth so einfach wird wie in Lissabon. Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht bleiben beim Sitzstaat, die Form bringt Gründungsrecht mit, keine Standards. Ob sie zur Standardform des Raums wird, ist offen, die SE ist es in der Union nie geworden, deshalb ein Versuch mit Prüftermin: die Zahl der EU-Inc.-Gründungen mit Niederlassung bei den Partnern zwei Jahre nach Inkrafttreten.

Die Verbindung: Handy, Flug, Konto, Netz, Orbit. Das Handy funktioniert in Toronto wie in Lissabon, nach dem Roam-like-at-home-Muster, das seit Januar 2026 für die Ukraine gilt [31]. Jede Hauptstadt des Verbunds ist mit höchstens einem Umstieg erreichbar, dünne Strecken abgesichert wie eine Buslinie aufs Land, nach dem Vorbild der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen, die in der EU nur für Strecken innerhalb der Union gelten und die die Partner für Verbundstrecken erst gemeinsam schaffen müssten, und die Flugzeuge baut Airbus auf beiden Seiten, A320 in Hamburg, A220 in Mirabel bei Montréal [47]. Eine gemeinsame Währung braucht der Verbund nicht, Polen zeigt seit 2004, dass eigene Währung und Binnenmarkt zusammengehen, und BLIK zeigt mit 2,9 Milliarden Transaktionen 2025, dass ein eigenes Zahlsystem die Karten der US-Konzerne im Onlinehandel schlagen kann [44]. Was er braucht, ist ein gemeinsamer Zahlungsraum: Wero, der digitale Euro und das EZB-System TIPS, das mit Indiens UPI verknüpft wird [46], offen für Kanadas Interac und Australiens eftpos und NPP, wenn deren Träger, Banken und Aufseher, mitziehen, damit die Achtzehnjährige in Toronto zahlt wie in Toulouse. Im Orbit werden IRIS², am 07.08.2026 auf 348 Satelliten erweitert [48], und Telesat Lightspeed [49] verknüpft, mit Bodenstationen bei den Partnern, so wie die ESA in Westaustralien schon Stationen für Raumsonden betreibt [50]. Unter Wasser je Strecke mindestens ein Kabel in Verbund-Hand, getragen von Netzbetreibern der drei Seiten mit öffentlicher Beteiligung [51]. Und zur Weltfunkkonferenz 2027 in Shanghai, wo Satellit-zu-Handy neu verteilt wird, geht der Verbund mit abgestimmten Positionen [52]. Prüftermine: der Pilot des digitalen Euro 2027 für den Zahlungsraum, die Weltfunkkonferenz im Oktober 2027 für die Frequenzen.

Langfristig, nach 2029

Eine Kategorie in den Verträgen. Volt fordert Vertragsreformen und einen Konvent seit dem Europawahlprogramm 2024, zuletzt in der Bratislava Declaration vom 18.06.2026 [20] [18]. Vorarbeiten liegen vor, Duffs Associate Membership seit 2013 und der dritte Kreis des deutsch-französischen Expertenberichts „Sailing on High Seas" von 2023 [19]. Die Verträge kennen nur Mitglied oder Drittstaat, und wer einen Konvent fordert, schuldet eine Antwort, welcher Kreis hineingeschrieben wird und mit welchen Rechten. Unsere: eine Kategorie „assoziierte Mitgliedschaft", das ist der dritte Kreis des Berichts, ergänzt um das Stimmrecht am gemeinsamen Tisch, der Bericht gibt den Assoziierten im Rat nur Rederecht, und um die Öffnung für Demokratien außerhalb Europas, die er nicht im Blick hat [19]. Art. 49 bleibt unangetastet, weil Assoziierung ohnehin bis zur teilweisen Teilnahme am Unionssystem reicht [14] und weil die Kategorie keine Landkarte braucht, sondern Kriterien: keine Todesstrafe, unabhängige Gerichte, freie Presse, Wahlen, die eine Regierung abwählen können, ein Sitz am gemeinsamen Tisch, Rückstufung bei Verstößen. Sie gelten für jeden im Verbund, auch für uns. Die Beitrittsperspektive bleibt benannte offene Frage, keine Forderung.

Volle Freizügigkeit und Zahlungsraum. Der EWR beweist seit 1994, dass Personenfreizügigkeit kein Mitgliedschafts-Privileg ist [16]. Sie ist die letzte Sprosse, weit weg, und der Grund, die erste zu nehmen.

Die Ukraine

Jedes Papier über neue Partner wird zuerst gefragt, ob es die Ukraine vertagt. Zu Recht, und die Antwort ist kurz. Die Ukraine ist unterhalb der Mitgliedschaft schon tief eingebunden: Schutz für über vier Millionen Geflüchtete bis März 2028 [30], vertieftes Handelsabkommen, synchronisiertes Stromnetz, EU-Roaming [31], bei SAFE den EWR-Staaten gleichgestellt [33], zwei der sechs Verhandlungspakete geöffnet, Grundlagen am 15.06. und Außenbeziehungen am 14.07.2026 [34], der 90-Milliarden-Kredit und die Ukraine-Fazilität [32]. Der Verbund ist kein Ersatz und keine Bedingung, der Beitritt folgt dem Verfahren, Paket für Paket. Jedes Paket eröffnen die 27 Regierungen einstimmig, das Parlament stimmt erst am Ende über den Beitrittsvertrag ab, und wir versprechen der Ukraine deshalb nichts, was fünf Abgeordnete nicht halten können.

Was der Verbund ändert, ist die Bedeutung des Beitritts. Moskau begründet den Krieg seit dem 24. Februar 2022 mit der Ausdehnung des Westens an seine Grenze [70], Lawrow nannte es 2024 Europas Traum von Expansion [71], und diese Erzählung trägt weit über Moskau hinaus: 2023 sahen 72 Prozent der Befragten in der Türkei, 60 Prozent in China und 59 Prozent in Russland kaum einen Unterschied zwischen EU und USA, von außen ist der Westen ein Block, und ein Block, der wächst, wächst für diese Betrachter gegen jemanden [72]. Das ist die Einkreisungs-Erzählung: jede Erweiterung ein weiterer Ring um Russland. Ein Verbund mit Kanada und Australien wächst über zwei Ozeane, nach Kriterien, die jedes Land erfüllen kann. Die Ukraine steht vor denselben Kriterien wie Ottawa und Canberra, und die Verhandlungen messen, wann sie erfüllt sind: kein Hilfsbeitritt, ein Wertebeitritt. Ob das der Einkreisungs-Erzählung ihren Kern nimmt, in Neu-Delhi, Ankara und Brasília, wo über Sanktionen und Umgehungsgeschäfte entschieden wird, und zu Hause, wo die Angst vor der Ostflanke die Debatte lähmt, ist eine Annahme mit Prüftermin, kein Ergebnis. Das Umfeld, in dem der Verbund entsteht, ist messbar: Europas NATO-Staaten gaben 2025 559 Milliarden US-Dollar für Verteidigung aus, Kanada 37,5, Australien 35,3, zusammen rund 630 gegen 190 in Russland [73], auch wenn der Verbund selbst keine Verteidigungsdimension hat. Das ist für die Ukraine, und es ist kein Argument für Warten. Ob sie während der Verhandlungen am gemeinsamen Tisch sitzt, legen wir als offene Frage an Partner und Rat, nicht als Zusage.

Drei Leitplanken

Erstens Spur-Trennung: Die Kategorie ist für Demokratien gebaut, denen der Weg nach Art. 49 nicht offensteht. Wer ihn hat, geht ihn, mit voller Kraft und nach unserem Programm [20]. Ob Schweiz, Norwegen oder das Vereinigte Königreich die Kategorie eines Tages als Zwischenstufe nutzen, ist eine Frage für den Konvent.

Zweitens bleibt Art. 49 unangetastet.

Drittens unsere Hausaufgabe: Solange in Außenpolitik und Sanktionen ein einziges EU-Land alles blockieren kann, würde ein Veto im Verbund drei Kontinente treffen. Die Umstellung auf qualifizierte Mehrheiten gehört zu dem, was wir mitbringen müssen [18]. Bis dahin trägt der Verbund nur, was die EU intern ohne Veto beschließen kann, denn die EU-Position am Tisch legt der Rat vorher fest, und diese Grenze benennen wir. Das ist eine Bedingung an uns, nicht an die Partner.

Rechtslage und Stand

Art. 49 EUV öffnet den Beitritt nur einem „europäischen Staat" [10], der einzige Präzedenzfall ist Marokko, Antrag 1987, Ablehnung durch den Rat im selben Jahr [11], ein Kommissionssprecher hat das 2025 auf die Kanada-Debatte angewandt [12]. Art. 217 AEUV kennt keine geografische Grenze [13] und reicht bis zur teilweisen Teilnahme am Unionssystem [14].

Kanada: Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft seit dem 23.06.2025 [1], SAFE-Teilnahme vom Rat abgeschlossen am 15.06.2026 [2], Verhandlungen über ein Digitalhandelsabkommen seit dem 05.03.2026 [3], Carney als erster nicht-europäischer Regierungschef beim EPG-Gipfel am 04.05.2026 [4], CETA seit 2017 vorläufig angewandt, 17 von 27 Staaten haben ratifiziert [5]. Australien: Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft seit dem 18.03.2026 [6], Freihandelsabkommen mit über 99 Prozent Zollbeseitigung, Verhandlungsabschluss 24.03.2026 [7], Horizon-Assoziierung ab 2027 [8], Rohstoffpartnerschaft seit 2024 [9].

Meinungslage: 56 Prozent der EU-Bürger unterstützen die Erweiterung, unter 40 zwei Drittel [26]. 57 Prozent der Kanadier befürworten eine EU-Vollmitgliedschaft (Nanos, April 2026, n=1.099) [24], 55 Prozent der Deutschen die Aufnahme Kanadas, in Spanien 51, in Polen 46 (YouGov, April 2026) [25].

Bei Volt: Kap. 2.7 unseres Europawahlprogramms 2024 fordert, im NATO-Kapitel, tiefere Zusammenarbeit mit Ländern, die Normen, Werte und Interessen mit EU und NATO teilen, samt Demokratie-Gipfel mit klaren Mitgliedskriterien und einer Politik der offenen Tür [21], Kap. 2.3 liefert die Mechanik stufenweiser, reversibler Integration [20]. Was fehlt, ist die Form, ein Gipfelforum ist kein Status. Im Europäischen Parlament ist eine einzige Anfrage auffindbar (Joachim Streit, April 2025) [22] und eine öffentliche Sympathie von Damian Boeselager [23]. Parteiweg: Baustein im 2029-Prozess, Zielort Volt-Europa-Generalversammlung, Antragsreife frühestens 2027.

Wer mitzieht, und womit es bezahlt wird

Die Streitkräfte und Sicherheitsbehörden der Partner brauchen Verbindungen, die niemand abschalten kann, IRIS² trägt einen staatlichen Dienst, Lightspeed ein Militärband für Kanadas Norden [48] [49]. Die klassischen Netzbetreiber verlieren seit Jahren an die vier Hyperscaler, und der Digital Networks Act vom Januar 2026 hat ihnen den geforderten Beitrag der Plattformen verweigert [53], ein Verbund mit eigenen Kabeln ist für sie das erste Angebot seit langem, das ihr Geschäft größer macht. Dazu die Raumfahrtindustrie auf beiden Seiten und die Landwirte, sobald die Zusage steht.

Die Töpfe gibt es, jeder zahlt nur auf eigenem Boden, die Finanzierung über die Strecke ist offen: TechEU der Europäischen Investitionsbank mit 70 Milliarden Euro bis 2027, die Connecting Europe Facility mit einer Milliarde für Kabel [51], im nächsten Finanzrahmen der vorgeschlagene Wettbewerbsfähigkeitsfonds mit 131 Milliarden für Verteidigung und Raumfahrt [54], die Canada Infrastructure Bank mit 35 Milliarden kanadischen Dollar Mandat, der australische National Reconstruction Fund mit 15 Milliarden [55], und darüber die Pensionsfonds: CPP Investments mit 793 Milliarden kanadischen Dollar, die australischen Superfonds mit 4,4 Billionen australischen Dollar, die Hälfte davon schon im Ausland [56]. Ein Kabel, eine Konstellation, eine Flugverbindung mit staatlichem Anker sind genau die Anlagen, die diese Fonds suchen. Volt kann hier nur benennen und zusammenbringen, nicht zahlen, und hält eine Bedingung fest: Was öffentlich angestoßen wird, bleibt öffentlich kontrolliert, von allen Seiten gemeinsam.

Bilder für die Kommunikation

Die stehende Einladung. Jedes Hotel kennt sein bestes Geschäft, das Upgrade in die Junior Suite, das nichts kostet und die ganze Reise anders erinnern lässt. Die Neobanken haben daraus ein Produkt gemacht, den Lounge-Zugang am Flughafen, den kaum jemand nutzt und den trotzdem alle spüren. Verkauft wird nie die Lounge. Verkauft wird das Dürfen. Heimat darf dabei jeder so klein halten, wie er will, das Dorf, der Kirchturm, die Landesgrenze. Keiner muss nach Kanada oder Australien. Jeder darf. Heimat wird nicht kleiner, wenn sie größer sein darf.

Die Karte an der Wand. Russland, China und die USA liegen riesig da, Europa ist der kleine, dichte Winkel am Rand. Mit Kanada und Australien ändert sich das Bild selbst, drei Kontinente, zwei Hemisphären. Ein Kind sieht es. Und was wir sehen können, dafür fühlen wir uns zuständig.

Geldschein und Hymne. Die Brücken auf den Euroscheinen hat es nie gegeben, bis eine niederländische Kleinstadt sie nachgebaut hat, weil Menschen auf etwas zeigen wollen, das es gibt [40]. Die Hymne verspricht, dass alle Menschen Brüder werden, und die Union spielt sie ohne Text. Jetzt stimmen die Europäer über ihre nächsten Banknoten ab, Europäische Kultur oder Flüsse und Vögel [36]. Gewinnen die Flüsse und Vögel, druckt Europa Reisende auf sein Geld. Die Türen müssen nur noch nachkommen.

Vertrauen ist die Währung. Ein Geldschein ist ein Versprechen, das alle einlösen. 1923 stoppte die Rentenmark die Inflation in Wochen, weil die Notenpresse stillstand und die Menschen dem neuen Schein glaubten [77]. Demokratie lebt vom selben Mechanismus, und eine Abstimmung, deren Ergebnis Folgen hat und die jedes Jahr wiederkommt, ist so ein Versprechen, klein am Anfang und gedeckt. Die Menschen brauchen ein zweites Verb neben dem Wählen.

Quellen

Jede Quelle trägt eine Stufe, damit sichtbar bleibt, worauf eine Aussage steht. [T1] Primärquelle: Gesetz, Gerichtsentscheidung, amtliches Dokument, amtliche Statistik, begutachtete Studie, offizielle Mitteilung der handelnden Institution. [T2] Agentur und Fachwelt: Nachrichtenagentur, Universität, Fachverlag, Forschungsinstitut, Fach-NGO, jeweils mit Kennzeichnung, wenn nicht begutachtet. [T3] Etablierte Presse und Fachpresse. [T4] Community und Meinung: Foren, Blogs, soziale Medien. [T5] Als unzuverlässig gelistete Quellen, in diesem Papier nicht verwendet. Wo eine Zahl nur aus einem Suchauszug stammt, steht das dabei.

[1] Europäische Kommission, ‘Joint Statement following the European Union-Canada 2025 Summit: Enduring Partnership, Ambitious Agenda’, STATEMENT/25/1600 (23. Juni 2025) https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/da/statement_25_1600, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[2] Rat der Europäischen Union, ‘SAFE: Council concludes agreement with Canada’ (15. Juni 2026) https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2026/06/15/safe-council-concludes-agreement-with-canada/, abgerufen am 19. August 2026 [T1]. Prime Minister of Canada, ‘Prime Minister Carney secures Canada’s participation in the European Union’s SAFE initiative’ (1. Dezember 2025) https://www.pm.gc.ca/en/news/news-releases/2025/12/01/prime-minister-carney-secures-canadas-participation-european-unions, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[3] Europäische Kommission, GD Handel, ‘Driving shared prosperity: Boosting EU-Canada trade through CETA’ (5. März 2026) https://policy.trade.ec.europa.eu/news/driving-shared-prosperity-boosting-eu-canada-trade-through-ceta-2026-03-05_en, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[4] Prime Minister of Canada, ‘Prime Minister Carney to represent Canada for the first time at the European Political Community Summit in Armenia’ (28. April 2026) https://www.pm.gc.ca/en/news/news-releases/2026/04/28/prime-minister-carney-represent-canada-first-time-european-political, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[5] Gesa Kübek, ‘The CETA Ratification Crises Continue’, EU Law Live (2024) https://eulawlive.com/op-ed-the-ceta-ratification-crises-continue-addressing-some-questions-about-the-french-senates-rejection-by-gesa-kubek/, abgerufen am 19. August 2026 [T2]. Dazu o. V., ‘French Senate rejects EU-Canada free-trade agreement’, France 24 (21. März 2024) https://www.france24.com/en/europe/20240321-french-senate-rejects-eu-canada-free-trade-agreement, abgerufen am 19. August 2026. [T3]

[6] EEAS, ‘The European Union and Australia sign a Security and Defence Partnership’ (18. März 2026) https://www.eeas.europa.eu/eeas/european-union-and-australia-sign-security-and-defence-partnership_en, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[7] Department of Foreign Affairs and Trade (Australien), ‘Australia-European Union Free Trade Agreement (A-EUFTA)’ (o. D.) https://dfat.gov.au/trade/agreements/not-yet-in-force/aeufta, abgerufen am 19. August 2026 [T1]. EEAS-Delegation Australien, ‘EU and Australia strengthen relations with Security and Defence Partnership and trade agreement’ (März 2026) https://www.eeas.europa.eu/delegations/australia/eu-and-australia-strengthen-relations-security-and-defence-partnership-and-trade-agreement_en?s=163, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[8] Europäische Kommission, GD Forschung und Innovation, ‘The European Union and Australia successfully conclude Horizon Europe negotiations’ (9. Juni 2026) https://research-and-innovation.ec.europa.eu/news/all-research-and-innovation-news/european-union-and-australia-successfully-conclude-horizon-europe-negotiations-2026-06-09_en, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[9] Europäische Kommission, ‘EU and Australia sign partnership on sustainable critical and strategic minerals’, IP/24/2904 (28. Mai 2024) https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_24_2904, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[10] Konsolidierte Fassung des Vertrags über die Europäische Union, Art. 49, ABl. C 202/2016, EUR-Lex CELEX:12016M049. [T1]

[11] Europäisches Parlament, ‘Legal questions of enlargement’, Briefing No 23 (1998) https://www.europarl.europa.eu/enlargement/briefings/23a2_en.htm, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[12] James Deloy, ‘Fact check: Can Canada apply to join the EU?’, Euronews (20. März 2025) https://www.euronews.com/my-europe/2025/03/20/fact-check-can-canada-apply-to-join-the-eu, abgerufen am 19. August 2026. [T3]

[13] Konsolidierte Fassung des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union, Art. 217, EUR-Lex CELEX:12016E217. [T1]

[14] EuGH, Urteil vom 30. September 1987, Rs. 12/86 (Demirel/Stadt Schwäbisch Gmünd), Rn. 9, EUR-Lex CELEX:61986CJ0012. [T1]

[15] Rat der Europäischen Union, ‘Council greenlights EU deal with Andorra and San Marino’, Pressemitteilung 620/26 (16. Juli 2026) https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2026/07/16/council-greenlights-eu-deal-with-andorra-and-san-marino/, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[16] EFTA-Sekretariat, ‘How EU Law becomes EEA Law’ (o. D.) https://www.efta.int/eealaw, abgerufen am 19. August 2026 [T1]. Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum, Art. 8 Abs. 3, ABl. L 1 vom 3. Januar 1994: Der freie Warenverkehr gilt nur für die Kapitel 25 bis 97 des Harmonisierten Systems, die Landwirtschaft bleibt damit im Wesentlichen außen vor, EUR-Lex CELEX:21994A0103(01). [T1]

[17] Europäisches Parlament, ‘Stronger EU-Canada partnership amid global turmoil’, Pressemitteilung 20260306IPR37533 (11. März 2026) und Angenommener Text TA-10-2026-0078 https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-10-2026-0078_EN.html, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[18] Volt Europa, ‘New leadership of Volt Europa dares governments to initiate treaty changes’ (18. Juni 2026) https://volteuropa.org/news/new-leadership-of-volt-europa-dares-governments-to-initiate-treaty-changes, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[19] Andrew Duff, ‘The case for an Associate Membership of the European Union’, LSE EUROPP Blog (6. März 2013) https://blogs.lse.ac.uk/europpblog/2013/03/06/associate-eu-membership/, abgerufen am 19. August 2026 [T2]. Franco-German Working Group on EU Institutional Reform, ‘Sailing on High Seas: Reforming and Enlarging the EU for the 21st Century’ (19. September 2023) https://institutdelors.eu/en/publications/sailing-on-high-seas-reforming-and-enlarging-the-eu-for-the-21st-century-2/, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[20] Volt Deutschland/Volt Europa, ‘Europäisches Wahlprogramm 2024-2029. Damit jede Stimme zählt’ (2024), Kap. 2.3, S. 22-24 https://voltdeutschland.org/storage/assets-de/pdf/europawahl_2024/volt-wahlprogramm-europawahl-2024.pdf, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[21] Ebd., Kap. 2.7, S. 28. [T1]

[22] Joachim Streit (Renew), ‘Prospects of EU membership or association status for Canada’, Parlamentarische Anfrage E-001336/2025, Europäisches Parlament (1. April 2025) https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-10-2025-001336_EN.html, abgerufen am 19. August 2026 [T1]. Zum Vorschlag eines politischen Erasmus: o. V., ‘Meet the MEP who wants to bring Canada into the European Union’, Euronews (5. Mai 2025) https://www.euronews.com/my-europe/2025/05/05/meet-the-mep-who-wants-to-bring-canada-into-the-european-union, abgerufen am 19. August 2026. [T3]

[23] o. V., ‘Is Global Europe the answer to shifting alliances? MEPs debate in The Ring’, Euronews (13. Mai 2026) https://www.euronews.com/my-europe/2026/05/13/is-global-europe-the-answer-to-shifting-alliances-meps-debate-in-the-ring, abgerufen am 19. August 2026. Boeselagers Position dort nur zusammengefasst, kein wörtliches Zitat. [T3]

[24] Nanos Research, ‘Canadians strongly support Canada strengthening economic and trade ties with the European Union’ (April 2026) https://nanos.co/canadians-strongly-support-canada-strengthening-economic-and-trade-ties-with-the-european-union-close-to-three-in-five-support-canada-joining-the-eu-the-globe-and-mail-nanos/, abgerufen am 19. August 2026. [T2]

[25] o. V., ‘Should Canada be allowed to join the European Union?’, YouGov (1. Mai 2026) https://yougov.com/en-gb/articles/54662-should-canada-be-allowed-to-join-the-european-union, abgerufen am 19. August 2026. [T2]

[26] Europäische Kommission, Special Eurobarometer 564, ‘Attitudes towards EU enlargement’ (September 2025), Feldarbeit Februar bis März 2025, n=26.300 https://europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/3413, abgerufen am 19. August 2026. [T1]

[27] o. V., 'Australian producers to keep prose

[61] EBU, ‘CBC/Radio-Canada joins EBU as full Member’ (25. Juni 2026) https://www.ebu.ch/news/2026/06/cbc-radio-canada-becomes-a-full-member-of-the-european-broadcasting-union, Associate seit 1950, Beschluss der 96. Generalversammlung in Prag [T1]. EBU, ‘EBU and CBC/Radio-Canada announce Canada’s participation in Eurovision Song Contest 2027’ (1. Juli 2026) https://www.ebu.ch/news/2026/07/ebu-and-cbc-radio-canada-announce-canada-s-participation-in-eurovision-song-contest-2027, „the first new country to join the Eurovision Song Contest since Australia in 2015", Austragung in Burgas [T1]. EBU, ‘Australia to compete in 60th Eurovision Song Contest’ (Februar 2015) https://www.ebu.ch/news/2015/02/australia-to-compete-in-60th-eur [T1]. Alle abgerufen am 21. August 2026.

[62] EBU, ‘Bangaranga! 70th Eurovision Song Contest huge hit with young audiences’ (5. Juni 2026) https://www.ebu.ch/news/2026/06/bangaranga-70th-eurovision-song-contest-huge-hit-with-young-audiences-as-world-s-largest-live-music-event-celebrates-seven-decad, „132 million people across 35 TV markets", „votes cast from 148 countries" [T1]. EBU, ‘212 channels air coverage of the Eurovision Debate 2024’ (Juni 2024) https://www.ebu.ch/news/2024/06/212-channels-air-coverage-of-the-Eurovision-Debate-2024, 212 Kanäle, 51 Länder, 23 Sprachen [T1]. Abgerufen am 21. August 2026.

[63] CBC Books, ‘Everything you need to know about Canada Reads 2026’ (2026) https://www.cbc.ca/books/canadareads/everything-you-need-to-know-about-canada-reads-2026-9.7143381, fünf Fürsprecher, vier Tage, täglich eine Ausscheidung, 25. Ausgabe 2026 [T2]. Abgerufen am 21. August 2026.

[64] Danie Nilsson und Rachael Vorwerk, ‘Here’s how a TV series inspired the KeepCup revolution. What’s next in the war on waste?’, The Conversation (14. November 2023) https://theconversation.com/heres-how-a-tv-series-inspired-the-keepcup-revolution-whats-next-in-the-war-on-waste-210718, 3,8 Millionen Zuschauer 2017, KeepCup-Verkäufe vervierfacht, Responsible Cafes von 400 auf 1.800 [T2]. Abgerufen am 21. August 2026.

[65] Rat der Gemeinden und Regionen Europas, Deutsche Sektion, ‘Datenbank der kommunalen Partnerschaften’ https://www.rgre.de/partnerschaft/datenbank, „fast 7.000 Verbindungen deutscher Kommunen weltweit" [T2]. Abgerufen am 21. August 2026.

[66] Statistisches Bundesamt, ‘Rund 7 800 landwirtschaftliche Betriebe weniger seit dem Jahr 2020’, Pressemitteilung Nr. 021 (Januar 2024) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_021_41.html, 255.000 Betriebe, Stichtag 1. März 2023 [T1]. Statistics Canada, ‘Canada’s 2021 Census of Agriculture’, The Daily (11. Mai 2022) https://www150.statcan.gc.ca/n1/daily-quotidien/220511/dq220511a-eng.htm, 189.874 Betriebe [T1]. Australian Bureau of Statistics, ‘Counts of Australian Businesses, including Entries and Exits, July 2019 - June 2023’ https://www.abs.gov.au/statistics/economy/business-indicators/counts-australian-businesses-including-entries-and-exits/jul2019-jun2023, 174.471 Unternehmen in Agriculture, Forestry and Fishing 2022-23, die Zahl umfasst also mehr als Höfe [T1]. Alle abgerufen am 21. August 2026. Vergleichbare Betriebszahl für Australien: ABS, ‘Agricultural Commodities, Australia, 2021-22’, 87.800 landwirtschaftliche Betriebe https://www.abs.gov.au/statistics/industry/agriculture/agricultural-commodities-australia/latest-release, abgerufen am 21. August 2026 [T1].

[67] ABARES, ‘Australian Crop Report, December 2025’ https://www.agriculture.gov.au/abares/research-topics/agricultural-outlook/australian-crop-report/december-2025, Winterkulturen werden im südlichen Frühling und Sommer geerntet [T1]. Abgerufen am 21. August 2026.

[68] Nuffield Australia, ‘History’ und ‘Our Scholarship Program’ https://www.nuffield.com.au/history, Parallelprogramm für Australien, Neuseeland und Kanada seit 1950, Global Focus Programme mit acht bis zwölf Stipendiaten, fünf Wochen, bis zu sechs Länder [T2]. Nuffield Canada, ‘About’ https://www.nuffield.ca/about [T2]. Abgerufen am 21. August 2026.

[69] DWDL.de, ‘RTL-Bauern legen klar zu und sind erster Krimi-Verfolger’ (Oktober 2024) https://www.dwdl.de/zahlenzentrale/104641/rtlbauern_legen_klar_zu_und_sind_erster_krimiverfolger, Auftakt der 20. Staffel mit 3,47 Millionen Zuschauern, 14,0 Prozent Marktanteil [T3]. Abgerufen am 21. August 2026.

[70] Präsident der Russischen Föderation, ‘Address by the President of the Russian Federation’ (24. Februar 2022) http://en.kremlin.ru/events/president/news/67843, „with NATO’s eastward expansion the situation for Russia has been becoming worse and more dangerous by the year" [T1, Primärquelle für die russische Begründung, nicht für deren Wahrheit]. Abgerufen am 21. August 2026.

[71] TASS, ‘Europe dreams of expansion absorbing Moldova, Ukraine and eyeing Armenia, Lavrov’ (19. Juni 2024) https://tass.com/politics/2148661, Zitat aus Lawrows Artikel ‘Ukraine, Europe and Global Security’: „The united Europe continues to dream of expansion. It intends to absorb Ukraine and Moldova" [T5 als Staatsmedium, hier nur Beleg für den Wortlaut der russischen Position]. Abgerufen am 21. August 2026.

[72] Timothy Garton Ash, Ivan Krastev und Mark Leonard, ‘United West, divided from the rest: Global public opinion one year into Russia’s war on Ukraine’, ECFR (22. Februar 2023) https://ecfr.eu/publication/united-west-divided-from-the-rest-global-public-opinion-one-year-into-russias-war-on-ukraine/, 19.765 Befragte in 15 Ländern, 72 Prozent (Türkei), 60 (China), 59 (Russland) „see little difference between EU and US policies towards their countries" [T2]. Abgerufen am 21. August 2026.

[73] SIPRI, ‘Trends in World Military Expenditure, 2025’, Fact Sheet (27. April 2026) https://www.sipri.org/sites/default/files/2026-04/2604_milex_2025.pdf, Russland 190 Mrd. USD (Schätzung) bei 7,5 Prozent des BIP, 29 europäische NATO-Staaten 559 Mrd., Kanada 37,5 Mrd., Australien 35,3 Mrd. [T2]. Abgerufen am 21. August 2026.

[74] Public Safety Canada, ‘Government of Canada establishes foreign influence registry’ (August 2026) https://www.canada.ca/en/public-safety-canada/news/2026/08/government-of-canada-establishes-foreign-influence-registry.html, Foreign Influence Transparency and Accountability Act (Teil IV des Bill C-70) samt Verordnung in Kraft seit 4. August 2026, Registrierung binnen 14 Tagen [T1, Seite beim Abruf am 21. August 2026 gesperrt]. Bestätigt durch Arlan Gates u. a., ‘Canada’s Foreign Influence Transparency Regime Enters into Force on August 4, 2026’, Baker McKenzie Canada Insights (22. Juli 2026) https://canada-insights.bakermckenzie.com/2026/07/22/canadas-foreign-influence-transparency-regime-enters-into-force-on-august-4-2026/, abgerufen am 21. August 2026 [T2]. Attorney-General’s Department (Australien), ‘Foreign Influence Transparency Scheme’ https://www.ag.gov.au/integrity/publications/foreign-influence-transparency-scheme-information-community-organisations [T1]. Australian Electoral Commission, ‘Influence in Australian elections’ https://www.aec.gov.au/Elections/electoral-advertising/influence-australian-elections.htm, Verbot ausländischer Spenden an politische Akteure [T1]. Alle abgerufen am 21. August 2026.

[75] Volt Europa A.I.S.B.L., ‘Articles of Association’ (Mai 2026), Art. 3 Abs. 2 https://volteuropa.org/storage/full-articles-of-association-may-2026.pdf, „to coordinate all the natural and legal persons and associations based throughout the European Union and beyond, which form and promote the transnational and pan-European political movement Volt" [T1]. Volt Europa, ‘About us’ https://volteuropa.org/about, „Volt is active in more than 30 countries throughout Europe" [T1]. Beide abgerufen am 21. August 2026.

[76] Elections Canada, ‘Registering a Political Party’ https://www.elections.ca/content.aspx?section=pol&dir=pol%2Freg%2Freg&document=index&lang=e, „declarations from at least 250 party members" [T1]. Australian Electoral Commission, ‘FAQs: Party Registration’ https://www.aec.gov.au/faqs/party-registration.htm, „a list of between 1,500 and 1,650 members who are enrolled to vote" [T1]. Abgerufen am 21. August 2026.

[77] Deutsche Bundesbank, ‘Die Hyperinflation 1923’, Vortragsunterlagen Stuttgart (16. November 2023) https://www.bundesbank.de/resource/blob/917600/4de330ed2071b19ae28b00794207e5b7/mL/2023-11-16-stuttgart-data.pdf, Einführung der Rentenmark November 1923, Stabilisierung des Wechselkurses am 20. November 1923 [T1]. Abgerufen am 21. August 2026.

[78] Amnesty International, ‘Death sentences and executions 2025’, ACT 50/0778/2026 (18. Mai 2026) https://www.amnesty.org/en/documents/act50/0778/2026/en/, abgerufen am 21. August 2026: Japan mit einer Hinrichtung 2025, der ersten seit 2022, Südkorea in der Liste „abolitionist in practice", Australien und Kanada in der Liste „abolitionist for all crimes" [T2]. Australien: Crimes Legislation Amendment (Torture Prohibition and Death Penalty Abolition) Act 2010, No. 37/2010, Federal Register of Legislation https://www.legislation.gov.au/Details/C2010A00037, in Kraft seit 13. April 2010, untersagt die Wiedereinführung auch durch die Bundesstaaten, letzte Abschaffung auf Landesebene 1985 [T1]. Kanada: Bill C-25 von 1998 strich die letzten Todesstrafen-Tatbestände aus dem National Defence Act, The Canadian Encyclopedia, ‘Capital Punishment in Canada’ https://www.thecanadianencyclopedia.ca/en/article/capital-punishment, abgerufen am 21. August 2026 [T2].

[79] Europäische Kommission, ‘EU Inc. – making business easier in the European Union’ (18. März 2026) https://commission.europa.eu/news-and-media/news/eu-inc-making-business-easier-european-union-2026-03-18_en, abgerufen am 21. August 2026, Gründung „within 48 hours, for less than €100", kein Mindestkapital, freie Wahl des Registrierungslandes, Einigung von Parlament und Rat „by the end of 2026" angestrebt [T1].

[80] EPRS, ‘The 28th regime corporate legal framework’, Briefing PE 785.710 (15. April 2026) https://www.europarl.europa.eu/thinktank/en/document/EPRS_BRI(2026)785710, abgerufen am 21. August 2026, Entschließung des Parlaments vom Januar 2026 unterstützend, aber vorsichtig zu den Erfolgsaussichten [T2].

[81] Verordnung (EG) Nr. 2157/2001 des Rates vom 8. Oktober 2001 über das Statut der Europäischen Gesellschaft (SE), EUR-Lex CELEX:32001R2157, anwendbar seit 8. Oktober 2004, gilt laut EUR-Lex-Zusammenfassung „as well as in countries belonging to the European Economic Area" https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/LSU/?uri=CELEX:32001R2157, abgerufen am 21. August 2026 [T1].

[82] Europäisches Parlament, ‘Parliament activates process to change EU Treaties’, Pressemitteilung 20220603IPR32122 (9. Juni 2022) https://www.europarl.europa.eu/news/en/press-room/20220603IPR32122/parliament-activates-process-to-change-eu-treaties, abgerufen am 21. August 2026, Entschließung P9_TA(2022)0244 zur Einberufung eines Konvents nach Art. 48 EUV im Anschluss an die 49 Vorschläge der Konferenz zur Zukunft Europas vom 9. Mai 2022 [T1]. Das Parlament hat seine Vertragsänderungsvorschläge am 22. November 2023 beschlossen, P9_TA(2023)0427, ein Konvent ist bis August 2026 nicht einberufen, Stand laut EP-Seite ‘Follow-up: Treaty change’ https://www.europarl.europa.eu/conference-followup/en/follow-up/treaty-change, abgerufen am 21. August 2026 [T1].

Gegenposition

Einwand 1: Der Bau ist nur durch Abschaffung korrigierbar

Betrifft Arbeitsdokument „Ein Verbund der Demokratien", Abschnitt Rechtslage und Stand, sowie die Maßnahmen zur Assoziierung nach Art. 217 AEUV
Von Gero Strauß und Carsten Reinemann
Datum 22. August 2026
Status offen bis 30. September 2026

Gegenvorschlag. Der Verbund bekommt einen Kern, der nur auf dem schweren Weg geändert wird (die Kriterien gelebter Demokratie, das Aussetzungsrecht, die Gleichrangigkeit am gemeinsamen Tisch, der Schutz der Unionsrechtsordnung), und eine Schale, die der gemeinsame Tisch durch Beschluss anpasst (Reichweite, Sektoren, Verfahren, Anhänge, Zeitpläne), nach dem Vorbild von Art. 463 Abs. 3 des Assoziierungsabkommens mit der Ukraine. Dazu ein Überprüfungstermin im Vertrag und eine geregelte Austrittsklausel mit Frist.

Grund. Ein gemischtes Assoziierungsabkommen braucht zum Ändern wie zum Schließen Einstimmigkeit im Rat, die Zustimmung des Parlaments und 27 Ratifikationen. CETA, das Handelsabkommen mit Kanada, wird seit 2017 vorläufig angewandt und ist erst von 17 der 27 Mitgliedstaaten ratifiziert. Weil die Autonomie der Unionsrechtsordnung den Partnern keine Mitentscheidung über Unionsrecht erlaubt (Gutachten 1/91 des Europäischen Gerichtshofs von 1991, das ein gemeinsames Gericht für den EWR gekippt hat), bleiben ihnen Aussetzung und Austritt, zwei Ausgänge und kein Lenkrad. Ein Bau, der sich nur durch Abschaffung korrigieren lässt, wird abgeschafft. Unser eigenes Kriterium für gelebte Demokratie verlangt, dass Fehler korrigierbar sind, und der Bau muss es selbst erfüllen.

Preis. Was in der Schale liegt, ist am Tisch mit Beschluss beweglich, also auch in die falsche Richtung. Deshalb gehören die Wertekriterien nie hinein, und die Grenze zwischen Kern und Schale ist selbst eine Entscheidung, die Streit erzeugen wird. Die Zuordnung jeder einzelnen Maßnahme ist Arbeit, die das Papier heute nicht leistet. Und die Befristung mit aktiver Verlängerung, als Versuch auf der Schale, schafft in festem Takt einen Moment, in dem eine einzelne Stimme den Preis bestimmt.

Was sich am Papier ändert, wenn der Einwand durchgeht

  1. Jede Maßnahme wird Kern oder Schale zugeordnet, strittige Zuordnungen stehen als offene Frage im Text.
  2. Die Zuständigkeit des Assoziationsrats für die Anhänge kommt in den Vorschlag, mit dem Ukraine-Abkommen als Vorlage und der Grenze aus Gutachten 1/91 daneben.
  3. Der Überprüfungstermin wird beziffert, fünf Jahre nach Inkrafttreten als Vorschlag.
  4. Die Befristung wird an einer Maßnahme durchgespielt, bevor sie irgendwo gefordert wird.
  5. Die Leitplanke wird gegen den eigenen Bau gerichtet: wo der Vorschlag sie verletzt, steht das im Text.

Befund, Gegeneinwand (Starrheit schützt), Auflösung über Kern und Schale, Ziele, Prüftermine und acht Quellen, jede mit der Einordnung, wie belastbar sie ist, stehen in der Langfassung „Die vierte Leitplanke: Was wir bauen, muss korrigierbar sein", Datei 02a direkt daneben. Seit dem 21. August trägt die Roadmap die Frage als fünfte Leitfrage.

Wer den Einwand teilt, muss nichts tun. Wer eine andere Lösung sieht, schreibt drei Sätze als weiteren Einwand: Gegenvorschlag, Grund, Preis. Am 30. September 2026 schließt das Fenster, danach steht im Entscheidungsprotokoll, was gilt.

Gegenposition

Einwand 2: Augenhöhe ist auf dem gewählten Weg nicht einlösbar

Betrifft Arbeitsdokument „Ein Verbund der Demokratien", Titel, Zusammenfassung, Abschnitt Rechtslage und Stand, Maßnahme gemeinsamer Tisch
Von Gero Strauß und Carsten Reinemann
Datum 22. August 2026
Status offen bis 30. September 2026

Gegenvorschlag. Das Papier benennt die Grenze selbst, an der Stelle, an der ein Jurist sie sucht, und macht daraus zwei Stufen. Stufe 1, Assoziierung nach Art. 217 AEUV: Mitarbeit an Unionsrecht ohne Stimme, ein gemeinsamer Tisch, der nur über das beschließt, was zwischen den Partnern gilt, dazu das Aussetzungsrecht für jede Seite. Das ist erreichbar und es ist ausdrücklich noch keine Augenhöhe im Rechtssinn. Stufe 2, eine eigene Kategorie in den Verträgen über einen Konvent: erst dort gibt es Stimme. Der Titel behält „auf Augenhöhe" als Ziel, die Zusammenfassung sagt im zweiten Satz, welche Stufe es einlöst und welche nicht. Die Kritik am EWR als „Fax-Demokratie" bleibt im Papier, wird aber gegen den eigenen Vorschlag gewendet: Stufe 1 ist dieselbe Konstruktion, mit offenen Augen gewählt, als Übergang, und mit zwei Dingen, die der EWR nicht hat, dem Tisch für die Partnerfragen und dem Aussetzungsrecht in beide Richtungen.

Grund. Der EuGH hat im Gutachten 1/91 die geplante EWR-Gerichtsbarkeit verworfen und 2014 im Gutachten 2/13 nachgelegt: Die Autonomie der Unionsrechtsordnung lässt keine Mitentscheidung Dritter über Unionsrecht zu. Was Art. 217 hergibt, ist Einfluss ohne Stimme. Es gibt keine dritte Möglichkeit, entweder Einfluss ohne Stimme (Art. 217, machbar, aber genau der Defekt, den das Papier dem EWR vorhält) oder Stimme (Vertragsänderung, der längste Weg). Das Papier zitiert 1/91 selbst als Grenze und sagt „wo das nicht reicht, sagen wir es", aber es sagt nicht, dass sein Kernversprechen vollständig an der zweiten Stufe hängt. Wer EU-Recht kann, liest den Titel, sieht Art. 217 und stellt diese Frage in der ersten Minute. Ohne vorbereitete Antwort kippt dort das Gespräch. Mit der Antwort im Text wird aus der Schwachstelle das Argument, warum der Konvent gebraucht wird.

Preis. Das Papier verliert seinen einfachsten Satz, Augenhöhe jetzt, und bekommt einen zweistufigen dafür. Stufe 1 sieht dann aus wie der EWR, den wir kritisieren, und Kritiker werden das sagen. Der Konvent ist der unwahrscheinlichste Weg von allen, und das Papier muss das aushalten, statt es zu überspielen. Und der Rechtsteil, der stärkste Teil des Papiers, wird länger, weil er die Grenze ausformulieren muss, die er bisher nur zitiert.

Was sich am Papier ändert, wenn der Einwand durchgeht

  1. Zusammenfassung: ein zweiter Satz, der die zwei Stufen nennt und sagt, dass Augenhöhe im Rechtssinn erst in Stufe 2 entsteht.
  2. Rechtslage und Stand: ein Absatz zu 1/91 und 2/13 als ausformulierte Grenze, nicht nur als Fußnote, mit dem Satz, dass der Bau diese Grenze kennt und warum er sie trotzdem als erste Stufe wählt.
  3. Maßnahme gemeinsamer Tisch: Zuständigkeit ausdrücklich auf das beschränken, was zwischen den Partnern gilt, und die Mitarbeit an Unionsrecht als Mitarbeit ohne Stimme bezeichnen.
  4. Abschnitt EWR: die Kritik bleibt, daneben steht, was Stufe 1 anders macht als der EWR und was nicht.
  5. Die Forderung, die in zwei Jahren gewinnbar ist, nach vorn: die stehende Einladung. Sie braucht keinen Konvent, kostet niemanden Souveränität und ist der einzige Punkt, an dem ein Mensch merkt, dass sich etwas geändert hat. Tisch und Partnerhof bleiben, aber nicht vorn.

Die Partnerseite fehlt noch

Dieser Einwand behandelt die europäische Seite. Was Ottawa und Canberra selbst wollen, steht nicht im Papier, es ist vollständig aus europäischer Sicht geschrieben. Das ist ein eigener Einwand mit eigenem Gegenvorschlag (eine Seite „Wie die Partner darauf schauen", aus kanadischen und australischen Quellen, und ein Gegenleser von dort), und er kommt von uns als Einwand 3 vor dem 30. September 2026, sobald wir die kanadischen und australischen Quellen gelesen haben.

Wer den Einwand teilt, muss nichts tun. Wer eine andere Lösung sieht, schreibt drei Sätze als weiteren Einwand: Gegenvorschlag, Grund, Preis. Am 30. September 2026 schließt das Fenster, danach steht im Entscheidungsprotokoll, was gilt.

Entscheidungsprotokoll „Ein Verbund der Demokratien"

Leer bis zum 30. September 2026. Zwischen dem 1. und 7. Oktober 2026 fülle ich es aus, die Beschlussstelle liest, entscheidet oder gibt mit einem Satz zurück. Eine halbe Seite, nicht mehr.

Frage Gilt das Arbeitsdokument mit den Einwänden, die bis zum 30. September 2026 vorliegen, als Grundlage für die Roadmap Europapolitik, und geht es von Entwurf in das inhaltliche Lektorat
Entscheidung …
Fassungen, die zur Wahl standen Fassung vom 21. August ohne Einwände. Fassung mit Einwand 1 (Kern und Schale). Fassung mit Einwand 1 und 2 (dazu zwei Stufen, Augenhöhe erst in Stufe 2). Warum die anderen nicht: …
Marke belegt, Versuch oder Wertentscheidung (was die Entscheidung trägt: ein Beleg, ein Versuch mit Prüftermin, oder eine Wertentscheidung ohne Beleg): …
Belege Quelle, wie belastbar (Gesetz oder Studie, Fachwelt, Presse, Meinung), Zitat: …
Folgen Wen es etwas kostet, wohin die Last wandert: …
Woran wir merken, dass es nicht wirkt …
Prüftermin …
Ebene EU (wo die Position gilt: EU, Bund oder Land)
Bindung Portfolio (das Policy-Portfolio von Volt Europa, nicht das Wahlprogramm)
Entschieden von …
Am …

Wer nicht dabei war, soll das in fünf Minuten verstehen. Wenn es länger dauert, ist es zu lang.

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Was anders werden müsste: Der Verbund braucht einen Weg, wie sich eine einmal getroffene Festlegung wieder aendern laesst. Solange das Papier keinen Aenderungsweg nennt, bindet es die naechste Runde an eine Lage, die sie nicht mehr vorfindet.
Woran sich der Einwand widerlegen ließe: Zeig eine Stelle im Papier, die den Aenderungsweg schon beschreibt, mit Mehrheit und Frist. Dann faellt dieser Einwand weg.

Ändert sich hier etwas, ändert sich der Tag am Thema mit, im selben Aufruf. Die Prüfnotiz weiter oben im Thema hält fest, wer zuständig ist, und das Thema läuft weiter.

Gegenposition

Was anders werden müsste: Der Verbund braucht einen Weg, wie sich eine einmal getroffene Festlegung wieder aendern laesst. Solange das Papier keinen Aenderungsweg nennt, bindet es die naechste Runde an eine Lage, die sie nicht mehr vorfindet.

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Zweiter Einwand, kurz gefasst, damit er neben der Gegenposition steht. Augenhoehe ist kein Zustand, sondern eine Frage der Stimmengewichte. Wer in einem Verbund welchen Anteil traegt, gehoert in das Papier, sonst entscheidet die Praxis darueber.

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lena.beispiel widerspricht (7. September 2026).

Was anders werden müsste: Der Verbund braucht einen Weg, wie sich eine einmal getroffene Festlegung wieder aendern laesst. Solange das Papier keinen Aenderungsweg nennt, bindet es die naechste Runde an eine Lage, die sie nicht mehr vorfindet.
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Fachbausteine

Baustein Thema Stand
Recht (Gesetz-Check) #74 leer (gerade eröffnet)
Bürgerwille-Check #75 leer (gerade eröffnet)
Wissen/Studien #76 leer (gerade eröffnet)
Strategie #77 leer (gerade eröffnet)
So erzählen wir es #78 leer (gerade eröffnet)

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Gegenposition

Was anders werden müsste: Der Verbund braucht einen Weg, wie sich eine einmal getroffene Festlegung wieder aendern laesst. Solange das Papier keinen Aenderungsweg nennt, bindet es die naechste Runde an eine Lage, die sie nicht mehr vorfindet.

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Zweiter Einwand, kurz gefasst, damit er neben der Gegenposition steht. Augenhoehe ist kein Zustand, sondern eine Frage der Stimmengewichte. Wer in einem Verbund welchen Anteil traegt, gehoert in das Papier, sonst entscheidet die Praxis darueber.